Vereinfacht gesagt: Libertäre sind konsequente Liberale.
Der Begriff „libertär“ ist eine Rückübersetzung des englischen Begriffes „libertarian“, mit dem sich die „libertarians“ in den Vereinigten Staaten von den „liberals“ abgrenzen, die aus europäischer Sicht eher sozialdemokratische Prinzipien vertreten.
Der Begriff „libertär“ wurde in Folge zur Abgrenzung auch in Deutschland von Liberalen genutzt, die zur Überzeugung gelangt waren, dass sich der politische Liberalismus von seinen Wurzeln entfernt hatte.
Libertäre sind der Überzeugung, dass der Staat nur in den Bereichen per Zwang in das Leben des Bürgers eingreifen darf, wo der einzelne Bürger dies nicht selbst regeln kann.
Je nachdem, in welchen Bereichen man den Eingriff des Staates noch als gerechtfertigt ansieht, ergibt sich ein libertäres Spektrum vom klassischen Liberalen bis zum Anarcho-Kapitalisten, oder anders ausgedrückt: von einem Minimalstaat bis zu einer freien Gesellschaft, in der es keinen Staat mit gesetzlichem Gewaltmonopol mehr gibt.
Für Libertäre ist der Eigentumsbegriff der Schlüssel zur Freiheit, und der Übergang vom Eigentum des Einen zum Eigentum des Anderen kann nur durch einvernehmliche Vereinbarung zwischen beiden stattfinden. Libertäre in diesem Sinne sind deshalb nicht zu verwechseln mit manchen Vertretern des Links-Libertarismus und Links-Anarchismus, die sich verkürzt auch als Libertäre und Anarchisten bezeichnen, aber nicht für ungeteilte Freiheit und Privateigentum eintreten und z.B. das Eigentum an Produktionsmitteln ablehnen.
In Deutschland haben sich die politisch engagierten Libertären in der Libertären Plattform zusammengeschlossen.
Die Freiheitsfreunde bieten ein Forum und einen Sammelpunkt auch für nicht politisch engagierte Libertäre in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

10 Kommentare
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20. Mai 2011 um 13.10
Alexia
Versuch einer Verortung
Naja, also ich sehe das so. Das Wort libertär hat ja ein romanischen „Wortursprung“ und bedeutet so viel wie freiheitlich. Meiner Meinung nach wurde dieses Wort in der anarchistischen Bewegung erst richtig inflationär um sich als „kommunistische Anarchistin“ von den stalinistischen und trotzkistischen, aber auch rei sozialistischen Gruppen abzugrenzen: „Für den freiheitlichen Kommunismus“, steht in den Statuten der Internationalen Arbeiter[Innen] Assoziation. Desweiteren benutzt mensch in anarchistischen Kreisen das Wort für links-sozialistische oder rätekomunistische Autoren, wo das freiheitliche überwiegt, die sich aber selbst nicht als „anarchisch“ oder „anarchistisch“ begriffen haben.
Libertarian Party (Anarchistische Partei) und Liberale lehnen wenigstens theoretisch den Staat ab und sind uns somit näher als zum Beispiel die leninistische Avantgardepartei oder der [Post-]Maoismus. Kreise in der damaligen PDS wurden oder haben sich selbst auch als „Libertär“ definiert.
Ausserhalb des „synthetischen“ Anarchismus (in dem nach meiner Meinung auch „Anarcho-Kapitalisten“ ihre daseins-berechtigung hätten) gibt es ja noch einen Klassenkampf-Anarchismus. In diesem gibt es mehrere Strömungen: Kollektivismus und Kommunismus. Im Kommunismus gibt es „Anarcho-Syndikalist_Innen“ und „Plattformist_Innen“ (in Südamerika auch „Especifismo“ genannt). In diesen Strömungen gibt es allein schon in der „Eigentumsfrage“ (wohlgmerkt nicht der Besitz) starke unterschiede.
Die sogenannte „Stirner“-Richtung oder „eigentümlich frei“ werden in vielen anarchistischen Strömungen unterschiedlich interpretiert, in einigen Srömungen zählt mensch diese zum Anarchismus als solchen hinzu. Anders zum Beispiel als der sogenannte „National-Anarchismus“ (Wiederum nicht zu Verwechseln mit Befreiungsanarchismus z.B. im Baskenland).
Soviel Dazu.
20. Mai 2011 um 13.49
Felix Hau
Immer wieder lustig … ;-) Ich behaupte bis zum endgültigen Beleg des Gegenteils, dass der konsequente Liberalismus (Libertarismus), wie er beispielsweise in der Libertären Plattform zum Ausdruck kommt und wie ich ihn auch verstehe, eine anti-kollektivistische Weltsicht ist, die am meisten Berührungspunkte mit dem Individual-Anarchismus hat (Tucker, Stirner, Mackay …) und damit dem größten Teil der anarchistischen Bewegungen in Europa diametral gegenüber steht und immer stand.
Meiner Ansicht nach ist das Privateigentum nicht die unmittelbarste Basis dieses konsequenten Liberalismus, sondern die erste logisch und praktisch notwendige Folge des Primats *persönlicher Freiheit*, dem erklärten Vorhaben also, tun und lassen zu können, was ich will, so lange es niemanden anderes Freiheit beschneidet. Wenn es kein Privateigentum gibt, gibt es überhaupt keinen Raum, in dem und nichts, mit dem ich tun und lassen könnte, was ich will, ohne in die Freiheit anderer einzugreifen.
Es ist aber eigentlich nicht die Eigentumsfrage, sondern ihre Ursache – der Individualismus -, die den konsequenten Liberalismus von jedem Kollektivismus scheidet, wie auch immer er sich nennt.
31. Mai 2011 um 09.26
Max Wessenberg
Eigentum aus Freiheit, genau.
2. Juni 2011 um 10.56
TWR
Wir es nicht endlich Zeit, eine eigene Partei auf die Beine zu stellen? Ich bin seit 16 Jahren in der F.D.P. und es fällt mir immer schwerer, einen Liberalismus zu erkennen.
Wäre da nicht eine LU empfehlenswert?
TWR
7. Juni 2011 um 08.09
Tony
Gibt’s schon: die Partei der Venunft: http://www.parteidervernunft.de/ bzw. http://www.facebook.com/Parteidervernunft:
«Wir sind sozialer als SPD und Linke, grüner als die Grünen, liberaler als die FDP und christlicher als CDU/CSU. Nur Freiheit schafft Wohlstand. Wohlstand für alle ist sozial. Nur aus der Verteidigung des Eigentumsrechts entsteht effektiver Umweltschutz, weil es in Wahrheit keine globalen, sondern nur lokale Umweltkatastrophen gibt. Aus dem christlichen Grundsatz, „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ lässt sich direkt unsere Maxime ablesen: Du kannst tun und lassen was Du willst, solange Du dabei niemandem schadest.» Oliver Janich, Bundesvorsitzender.
1. Juli 2011 um 18.11
NachDenkSeitenInge
„Du kannst tun und lassen was Du willst, solange Du dabei niemandem schadest.“ Oliver Janich (den ich übrigens sehr schätze)
Nun, was machen wir mit denen, die schon so viel Macht und Einfluss erlangt haben, den privaten Eigentümern von unseren Geldsystemen, die sich die Politiker in vielen Ländern gekauft haben und jetzt dabei sind, auch militärisch gegen alle vorzugehen, die ihnen an ihre „Pfründe“ gehen wollen? Wie will man sein Recht auf Eigentum denn wahrnehmen, wenn man nicht in ihre Familien hineingeboren wurde?
Liebt jeder seinen Nächsten und gesteht ihm eine freie Parzelle zu, die er braucht um für sein dasein sorgen zu können? Die Verantwortung für die Bedürfnisse seines Lebens kann doch nur der übernehmen, dem auch die Möglichkeiten dazu nicht genommen werden, von anderen, die aus welchen Gründen auch immer ja mehr beanspruchen, als der Masse allen Lebens zur Verfügung steht. Klar? Das ist dann der berühmte Unterschied zwischen Theorie und Praxis, woran viele guten Dinge scheitern, weil man nur durch EINE Brille geschaut hat, durch die eigene nämlich. Ansonsten unterstütze ich Freiheit, setze aber nicht überall Vernunft und Achtung voraus, deshalb braucht es etwas mehr (Regulativ?) um zu diesem heren Ziel
zu kommen.
10. Juni 2011 um 13.00
Otto Gerstner
Was „man tut oder lässt, was man will, ohne die Freiheit eines anderen zu beschneiden“, ist nicht libertär. Denn nicht nur jedes Tun, allein die bloße physische Existenz „beschneidet“ die Freiheit anderer – schon qua Raumnahme des eigenen Körpers etwa.
Lest Kant.
23. August 2012 um 20.54
Pepe92
Ach, Kant! Das, was Sie soeben vortrugen, das war doch nur eine Relativierung des Begriffes „Freiheit“, der ja stets einem subjektiven „Schemata“ unterliegt. – Meinten Sie diesen Begriff? Das Schemata, welches wir in seiner Erkenntnistheorie vorfinden? Oder ging es Ihnen doch nur um seine Ethik?
„Frei ist der, der nur den Gesetzen zu gehorchen braucht“, sagte dereinst der gute Kant; dass es hier auch um seine Ethik geht, sollte klar sein und ob das nun wirklich Freiheit ist, nun, das will ich doch mal stark bezweifeln. Meine ist es jedenfalls nicht.
So ist auch der kategorische Imperativ alles andere als „kategorisch“, ist er doch auch nur eine ethische Forderung wie viele andere auch.
Die besten Kritiken an dieser Position lieferten da wohl Max Stirner und Schopenhauer, ja selbst Hume oder Voltaire haben – alleine durch Betonung des Gefühls und des Gleichmutes des Verstandes gegenüber der Ethik – mehr in dieser Beziehung zu bieten als Kant, zumindest meiner Meinung nach.
Und was ist mit dem Begriff „libertär“? Welcher Zusammenhang? Meinen Sie den Begriff im Sinne einer Betonung der alten, der urliberalen Werte oder beziehen Sie sich auf eine konkrete Vorstellung, wie sie einer seiner vielen Formen eigen ist? Wir wissen schließlich alle, dass diese Ausrichtung mehr als nur eine Position in sich vereint.
Das Mill’sche Diktum ist nur eines davon.
Das Problem ist oft, dass wir eine gewisse Dogmatik als Libertäre an den Tag legen, der Begriff Freiheit unterliegt stets einem Schemata, ist stets subjektiv geprägt und daher suchen wir ihm durch gewisse Rechte, den Naturrechten womöglich, eine Gestalt zu geben. Und doch unterliegen auch diese Begriffe dem selben Problem: Auch sie sind Sache unserer Schematas, die wir von ihnen haben. Sie sind also nicht unbedingt intersubjektiv anwendbar, geschweige denn objektiv.
Eine Definition wäre unvernünftig, zudem noch inkonsequent, da wir alle Begriffe einer solchen unterziehen müssten; dies würde aber in einen infiniten Regress enden und das wäre lächerlich.
Begriffe sind deswegen präzise und in ihrem Gebrauch von Vorteil gerade weil sie keine konkrete Bedeutung haben und subjektiven Schematas unterliegen.
Eine Diskussion um Begriffe ist nicht sinnvoll, wichtig ist, dass wir uns auf die Dinge konzentrieren, die wir meinen. Wichtig sind da vor allem konkrete Zusammenhänge.
5. Juli 2012 um 23.48
Bea
Männer sind oft so streng
13. Juli 2012 um 18.28
digger
hurra da hüpft ja die kuh im wild galopp!
ich bin der meinung das libertäre ansichten an sich anarchistisch sind und von daher klar davon distanziert zum ordo libertären weltbild der libertären kapitalisten die wiederum keine anarchistische ansichten sondern system staatliche reglementierungen von staatlicher ordnung anstreben,
das beste beispiel liefert doch gerade die weltwirtschaftskriese die bald zum welt brannt werden wird wenn nicht bald was geschieht.. nungut
zurück zum thema wirtschaft und politik stehen fest im bund zum systematischen kapitalismus der an sich gute wie auch schlechte seiten hat .klar hat fast jede sache die man betrachtet,
hier stelle ich einfach mal die frage auf .welche gesselschaft bzw vorstellungen von einem staat oder system wollen wir ?
in zeiten der kriese der wachsenden armut wollen viele in die arme der diktaturen zurück NS / KPDSU unw
ich will weder eine diktatur noch will ich irgend einen pseudo staat.