Bei eigentümlich frei ist ein Beitrag von Gérard Bökenkamp erschienen, hinter dessem trockenen Titel „Krisentherapie: Dezentrale Konsolidierung und Marktwirtschaft“ sich ein Juwel an Aufklärung verbirgt. Der Beitrag ist ein Beispiel dafür, wie als schwierig dargestellte Sachverhalte verständlich werden, wenn der Autor selbst das Thema durchdrungen hat und sich zusätzlich die Mühe macht, es im Detail für den Leser aufzubereiten.

Bökenkamp schreibt:

„Ein häufig zu lesendes Argument für die Griechenlandhilfe und die sogenannten Rettungsschirme ist, dass ohne die Rettungsschirme und die Finanztransfers in die von steigenden Zinsen betroffenen Staaten die Kernschmelze des Finanzsystems bevorstehe und der totale ökonomische Kollaps. Was ist nun von diesem Argument zu halten, und ist diese Politik wirklich alternativlos?

Es gibt im Grunde zwei miteinander verknüpfte Problemfelder: Die Staaten und die Banken. Viel öfter ist von einer Staatsinsolvenz die Rede als von einer Bankeninsolvenz. Das Argument lautet interessanterweise, dass Staaten gerettet werden müssen, um das Bankensystem zu retten. Das hat etwas vom Schwanz, der mit dem Hund wedelt. Beschreiben kann man das auch mit dem alten Ostfriesenwitz: Wie viele Leute brauchen die Ostfriesen, um eine Glühbirne zu wechseln? Antwort: tausend. Einer hält die Glühbirne und der Rest dreht das Haus. Der Witz lässt sich gut übertragen: Die Glühbirne ist das Bankensystem, das Haus ist die Eurozone, das Drehen des Hauses sind die Rettungsschirme, und die Ostfriesen sind die europäischen Regierungen.“

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