Man muss es immer wieder sagen, weil auch die Propaganda sich dauernd wiederholt:

Europa ist nicht gleich dem bürokratischen Konstrukt EU, und „Euro-Skepsis“ hat nichts damit zu tun, dass man „gegen“ Europa ist.

Wer sich in der derzeitigen Diskussion um den „Rettungsfonds“ für nationale Verantwortung statt Umverteilung in der EU ausspricht, spricht sich nicht für die Nation aus, sondern im Sinne des Subsidiaritätsprinzips für die nächstkleinere Einheit, gegen eine Zentralisierung und gegen eine Sozialisierung von Schulden.

Wenn Liberale sich im selben Sinne dafür einsetzen, dass Entscheidungen von der Bundesebene wieder auf Länder- und Gemeindeebene oder, oh Schreck, gar den einzelnen Bürger übertragen werden, wird ihnen natürlich nicht vorgeworfen, „antinational“ zu sein, sondern dann sind sie plötzlich gegen das „Gemeinwohl“. Mehr politische Schizophrenie war nie.

Sprechen die Zentralisten etwa auch von einem „europa-nationalen Rollback“, wenn man sich als Liberaler aus gutem Grunde gegen einen Weltstaat ausspricht?

Der Kern der ganzen Diskussion wird gerne mit schönen Worten verschleiert: Die wahren Frontlinien verlaufen zwischen Zentralismus vs. Subsidiarität, Monopol vs. Wettbewerb, Sozialismus vs. Liberalismus.

Wer für Zentralisierung, Monopolisierung und Nichtverantwortung für Eigentum eintritt, hat die liberalen Leitlinien verlassen und vertritt im Kern sozialistische Politik.