Wolf von Laer hat bei der Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt eine Arbeit mit dem Titel „Probleme des etablierten Notenbankensystems – Free Banking als Alternative?“ verfasst. Die Arbeit ist ab sofort auch in der Rubrik „Konjunktur und Geldpolitik“ im Themenbereich der LP abrufbar.

Aus der Einleitung:

„Landesbanken, AIG, General Motors, Griechenland und die anderen PIIGS (Portgual, Italien, Irland, Griechenland, Spanien) Staaten; Milliarden und Billionen werden zur Rettung von diesen Unternehmen und Staaten aufgewendet: Mit solchen unvorstellbaren Summen wird man tagtäglich in den Medien konfrontiert. Die Relationen verschwimmen dabei fast vollständig. Ob ein Staat nun 50 Millionen Euro neue Schulden für die Verbesserung von Schulen ausgibt, oder ob das Haushaltsdefizit um weitere 50 Milliarden Euro angewachsen ist, lässt die meisten Bürger unberührt. Die Zeiten, in denen man mit wenigen Cents einige Waren erwerben und mit einem Verdienst von 1.000 Dollar ein wohlsituiertes Leben führen konnte, sind vorbei.

Der Grund, warum diese Zeiten vorbei sind und die Geldmenge immer weiter nach oben schießt, sind die Zentralbanken und das Papiergeldsystem, welches heutzutage so gut wie alle Transaktionen regional und weltweit bestimmt. Die meisten Menschen wollen mehr Geld besitzen, weil sie damit Bedürfnisse befriedigen können und es vorsorgende Sicherheit gibt. Geld an sich ist jedoch nicht das Gewünschte, sondern ein Mehr an Kaufkraft. Solche simplen Fakten, sowie der heutige Geldschaffungsprozess und die Implikationen der Steuerung der Geldmenge aus einer zentralen Instanz heraus, sind jedoch den wenigsten Bürgern präsent.

Seit der Gründung im Jahre 1913 wird das Institutionengeflecht des Federal Reserve System (FED), welches als die Zentralbank der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) in dieser Arbeit genauer untersucht wird, kritisiert. Jedoch geht der Großteil der Kritik nicht so weit, eine staatlich kontrollierte Geldmengenausgabe als abdingbar anzusehen. Eine ökonomische Schule beschäftigt sich sehr intensiv mit dem Zentralbankensystem und erbringt auch Alternativvorschläge. Auf diese umfangreiche Kritik der Österreichischen Schule der Nationalökonomie wird sich in dieser Arbeit verstärkt berufen. Die Kernfragen lauten, inwieweit das heutige Notenbankensystem arbeitet, welche ökonomischen und sozialen Effekte durch die Geldpolitik entstehen und ob ein alternatives System eine Besserung bringen würde.

Dazu müssen zuerst die Organisationsstruktur und Ziele des Federal Reserve System eingehender untersucht und das Zusammenspiel von privaten und staatlichen Interessen im Bezug auf das monetäre System aufgezeigt werden. Mit diesem Hintergrundwissen werden im weiteren Verlauf die Wirkungen der zentral gesteuerten Geldmenge und ihre mannigfaltigen Konsequenzen, insbesondere im Hinblick auf die Effekte für bestimmte ökonomische Akteure und für die Wirtschaft als Ganzes untersucht. Abschließend wird der Vorschlag des Free Banking in der Theorie und die praktischen Implikationen durch die Einführung dieser Alternative diskutiert.“