Während das DDR-Regime seine “Bürger” über Jahrzehnte hinweg auch ihrer grundlegendsten Freiheitsrechte beraubte, fanden sich im Westen bisweilen einzelne, die Vermögen und Zeit einsetzten und nicht selten ihr Leben oder wenigstens ihre Freiheit aufs Spiel setzten, um ihren Landsleuten jenseits der Mauer die Flucht zu ermöglichen.

Einer dieser mutigen Männer, Detlef Girrmann, ist jetzt gestorben. “Schon 1963 formulierte er, dass ein Mensch in einer Notlage eine eigene moralische Qualität erhält, die uns zwingt, ihm zu helfen. Nützlichkeitserwägungen oder vielleicht politische Korrektheiten greifen hier nicht.“ sagt Burkhart Veigel, einer von Girrmanns Mitstreitern, in einem Nachruf der WELT. Die Selbstverpflichtung für die Freiheit der Anderen zu kämpfen ist eine Tugend, die uns in unserem Wohlfahrtsstaat abhanden zu kommen droht. Girrmann und seine Helfer sollen daran erinnern, dass die Freiheit nicht ein Gut ist, das uns von aussen zugeteilt wird, sondern eines, das uns von Geburt an zusteht und für das es sich zu kämpfen lohnt.

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