In der derzeitigen Währungsabwertungsdebatte wird, wie im Spiegel-Artikel „Währungskrieg löst Goldrausch aus“, oft der Eindruck erweckt, dass eine Währungsabwertung für das abwertende Land nur Vorteile bietet und deshalb empfehlenswert sei. Dabei werden die bei einem Eingriff in den Preisbildungsmechanismus und damit in die Austauschverhältnisse von Gütern und Dienstleistungen auftretenden nachteiligen Effekte ignoriert:

  • Unter anderem werden die ausländischen Produkte für den inländischen Konsumenten teurer, wie auch die Rohstoffe für die Produktion von Gütern.
  • Es kommt zu Kapitalflucht, wenn die Bürger eine Währungsabwertung ihrer eigenen Währung erwarten.
  • Wird die Abwertung durch Geldschöpfung, also Ausgabe von Zentralbankkrediten, erreicht, wirkt die Abwertung außerdem inflationär auf das inländische Preisniveau.

Ein Teil der behaupteten Vorteile einer Währungsabwertung stellt damit eine rein umverteilende Wirkung zwischen Individuen und Unternehmen innerhalb des abwertenden Landes dar. Die Argumentation für Währungsabwertungen entspringt dabei demselben Denken wie der Einsatz protektionistischer Maßnahmen über Schutzzölle oder Einfuhrbeschränkungen, die immer auch Negativwirkungen im Land haben, das die protektionistischen Maßnahmen ergreift.

Steffen Hentrich / mw

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