Bei den Familienunternehmern schreibt Prof. Dr. Gerd Habermann heute:

„Der organisierte deutsche Liberalismus hat programmatisch, verglichen mit seinem freiheitlichen Ausgangspunkt und dem liberalen Standard der großen Klassiker, weitgehende Zugeständnisse an andere Denkrichtungen gemacht. Man kann sagen, dass er die Niederlage unter Bismarck bis heute nicht überwunden hat. Stellte er doch einmal die stärkste Partei in Deutschland! In der Zeit der Weimarer Republik fiel er auf fast Null. In der Nachkriegszeit bildete er anfangs ein eindrucksvolles bürgerliches Korrektiv gegen die großen Parteien des Wohlfahrtsstaates: CDU/CSU und SPD, zu denen sich inzwischen geistig auch die Grünen und die Linken sowieso gesellt haben. Den relativen Wahlerfolg von September 2009 konnte der organisierte Liberalismus bisher nicht ausnutzen: gegen den Widerstand einer großteils überraschend weit sozialdemokratisierten und visionslosen CDU ließ sich bisher nicht viel durchsetzen. Es enttäuschte hier vor allem die angeblich bürgerliche CDU, von der CSU zu schweigen. Aber auch das Charisma des politischen Personals der FDP reichte nicht aus, und bei der Aufteilung der Kabinettsposten hatte man offenbar keine glückliche Hand. Man kaprizierte sich zu Recht auf „mehr Netto“, aber dahinter stand keine wirtschaftsphilosophische oder ordnungstheoretische Gesamtkonzeption – trotz anerkennenswerter vereinzelter Vorstöße des Wirtschaftsministers Brüderle (z. B. aktuell gegen die gesetzliche Rentengarantie!).

Die derzeitige Programmatik der FDP ist nur noch relativ liberal. Sie hat ideell enorme Zugeständnisse an Kollektivismus und Gleichheitsdenken gemacht. Ludwig Bamberger, einer der großen Persönlichkeiten des deutschen Liberalismus, sprach einmal von zwei Arten von Kompromissen:“  Der ganze Artikel kann hier gelesen werden