Am vergangenen Freitag (4. Dezember 2009) fand in Berlin die „alternative“ Klimakonferenz von EIKE, dem IUF, der Friedrich-Naumann-Stiftung, dem NIPCC, CFACT und dem Bund Freiheit der Wissenschaft statt.

Erste Berichte sind bei bei EIKE und der spanischsprachigen Libertad Digital zu finden.

Letzte Woche schrieb ich an dieser Stelle über die angekündigte „Blockade“ der Klimakonferenz durch Umweltverbände. Um den Klimaprognostizierern des IPCC mit gutem Beispiel voranzugehen, rufe ich meinem Beitrag hinterher: Die Realität entsprach nicht der Prognose – ich habe mich geirrt!

Geschätzte 25 Demonstranten standen auf der gegenüberliegenden Seite der Straße und hielten, mit Abstand bewacht von der Polizei, eine zivilisierte Demonstration ab, der erwartete große Auflauf auf der Friedrichstraße blieb aus.

Es handelte sich fast ausnahmslos um freundliche Jugendliche, mit denen man sich ohne Aggression austauschen konnte. Sie konnten einem fast leid tun – aus ihrer Sicht geht die Welt bald unter und auf der anderen Seite der Straße tagen Menschen, die die Rettung verhindern wollen.

Für Amüsement sorgte ein Bus mit touristisch bewegten Pensionären, dessen Fahrer sich entschied, direkt vor den Demonstranten zu parken, so dass diese nur noch mit gutem Willen zu entdecken waren.

Der Referent Lord Monckton entschied sich nach der Pressekonferenz zu einem Spaziergang vor das Hotel, drehte den Spieß um und befragte die Demonstranten mit Mikrofon und Kamera zu ihrer Sicht zum Klimawandel. Wir dürfen auf die Aufnahmen gespannt sein. [Nachtrag: Hier ist ein Video davon veröffentlich worden]

In den Gesprächen wurde deutlich, dass die grundlegenden Argumente der „Klimaskeptiker“ vielen Demonstranten unbekannt gewesen sein dürften. Es hätte nichts dagegen gesprochen und wäre ein spannendes Experiment gewesen, die Demonstranten in den Saal zu bitten – die Vorträge der Wissenschaftler waren fundiert und amüsant, und direkte und sachliche Antworten auf die Fragen der Greenpeace-Mitglieder hätten der Veranstaltung sicher den in der Presse kolportierten „leugnerischen“ Nimbus genommen.

Inhaltlich hätte nichts gegen eine Teilnahme der Demonstranten gesprochen, die Veranstalter entschieden sich wohl dagegen, weil ihr Risikoempfinden durch die Aufrufe der Umweltverbände vor der Konferenz geschärft war. Neun internationale Referenten, die angereist waren und in knapper Taktung ihre Vorträge aneinanderreihten, ließen keinen Puffer für Unkalkulierbares.

Noch am Tag der Konferenz wurde die Nachricht veröffentlich, dass Al Gore, vielleicht aufgrund der Ereignisse um „Climategate“, seine geplante Veranstaltung in Kopenhagen abgesagt hat. Es bleibt spannend.

Zu hoffen ist, dass die festzustellende Öffnung der Medien in der Woche vor und nach der Konferenz dazu führt, dass auch beim Thema Klima wieder ein Diskurs möglich ist. Die Zeit davor war von einer Tabuisierung des Themas geprägt, die immer noch in den Schlussätzen der Mainstream-Medien mitschwingt, wenn sie von „Climategate“ berichten – ja, es seien vielleicht Daten gefälscht worden, aber das dürfe jetzt nicht dazu führen, dass man die Klimapolitik grundsätzlich überdenke.