Wenn Umweltschützer zu Meinungsunterdrückern werden

Greenpeace Berlin greift zu bemerkenswerten Mitteln, wenn es darum geht, sich mit gegenteiligen Meinungen zum Thema Klimawandel auseinanderzusetzen.

Bei der am Freitag erneut stattfindenden Klimakonferenz in Berlin, bei der im Unterschied zu anderen Klimakonferenzen Wissenschaftler zu Wort kommen, die die These vom menschgemachten Klimawandel als nicht belegbar oder widerlegt ansehen, rufen Greenpeace und weitere Organisationen dazu auf, die Veranstaltung zu „blockieren“.

Man könnte darauf hinweisen, wes Geistes Kind diese Einstellung ist – überschreien statt argumentieren, verbieten statt überzeugen, persönliche Diffamierung statt inhaltlicher Auseinandersetzung. Greenpeace bewegt sich damit aber durchaus in der Tradition, wie das Thema Klima in den vergangenen Jahren in der Öffentlichkeit behandelt wurde – weniger wissenschaftlich denn politisch.

Interessanter ist, dass diese Gegendemonstration überhaupt und dieses Jahr zum ersten Mal stattfindet. Sie reiht sich damit in eine Reihe von Ereignissen des vergangenen Monats ein, die für Beobachter des Themas Klimawandel auffallend sind:

Seit einigen Jahren wird durch Messungen deutlich, dass die weltweite Durchschnittstemperatur nicht wie prognostiziert steigt, sondern sinkt. Erst im vergangenen Monat liest man derartiges aber auch in den großen deutschen Medien vom Spiegel über die Bild bis zur Welt. Gleichzeitig kommen die ersten Datenmanipulationen an wissenschaftlichen Einrichtungen zum Vorschein, die diese Erkenntnis verbergen sollten. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung ist es fast amüsant zu hören, wenn Schellnhuber, der Direktor des PIK („Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung“) und einer der Hauptprotagonisten der Erwärmungsthese, bei „Beckmann“ von einer „Stagnation auf hohem Niveau“ spricht. Politischer war Wissenschaft nie.

Es ist vor dem Hintergrund dieser Entwicklung erwartbar, dass diejenigen, die sich für Klimaschutzmaßnahmen einsetzen, sich noch weiter von der sachlichen Auseinandersetzung entfernen, um das politische Ziel mit anderen Mitteln zu erreichen, wenn die Realität ihre Thesen nicht stützt.

Man kann es in diesem Sinne positiv sehen, wenn eine wissenschaftlich geprägte Klimakonferenz blockiert werden soll – es ist ein Zeichen dafür, dass der Gegner und seine Argumente ernst genommen werden und die Auseinandersetzung deshalb nicht mehr durch das Argument geführt werden soll.

Die Veranstalter werden es zu schätzen wissen, dass Greenpeace mit dieser Aktion die veränderten Rahmenbedingungen noch vor der Konferenz bestätigt und durch eine Gegendemonstration für weitere Öffentlichkeit sorgt.

Nachtrag:

Nach Erscheinen dieses Beitrags ist der Text auf der Seite der „Klimaretter“ verändert worden. Die ursprüngliche Version

„Unter dem Motto “Nicht leugnen, handeln!“ wollen Gruppen wie Greenpeace Berlin, Solardrums und der BUND genug Aktivisten sammeln, um den Tagungsort zu blockieren.”

wurde zu

„Unter dem Motto „Climate Change is a fact: Nicht leugnen, handeln!“ laden Gruppen wie Greenpeace Berlin, Solardrums und der BUND ein.“Wir wollen möglichst zahlreich sein, damit die Friedrichstraße gesperrt wird und niemand unsere Stimmen überhört““

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