Mir läuft es jedesmal kalt den Rücken herunter, wenn ich lese, wie Kinder durch das staatliche Gewaltmonopol aus ihren Familien gerissen werden. Etwas schlimmeres ist für Eltern, die das Beste für ihre Kinder wollen, wohl kaum vorstellbar.

Dabei wird selten thematisiert, dass für die Wegnahme der Kinder materielle Kriterien wie der Inhalt des Kühlschranks und der Zustand der Wohnung oft über die emotionale Verbindung der Kinder zu ihren Eltern gestellt werden.

Es ist beunruhigend und unmenschlich, dass die Mitarbeiter der Behörden damit in Kauf nehmen, Kinder und Eltern durch die erzungene Wegnahme zu traumatisieren, mit vielleicht lebenslangen psychischen Folgen. Die Füllung des Kühlschranks oder der Zustand der Wohnung verblasst dagegen als Problem.

Spielte tatsächlich nur das Kindeswohl eine Rolle, dürften solche Fälle wie der beschriebene nicht immer wieder passieren. Es gibt andere Möglichkeiten, wirklich betroffenen Kindern IN den Familien zu helfen, und jeder einzelne Angestellte der Behörden hätte auch in diesem Fall persönlich anders abwägen und entscheiden können.

Solche Vorfälle verdeutlichen, dass bei der Durchsetzung des staatlichen Gewaltmonopols vor Ort letztendlich immer einzelnen Menschen Macht über andere Menschen gegeben wird. Mit welcher Einstellung und Motivation sie diese einsetzen, ist schwer sicherzustellen.