Dienstagmorgen, 8 Uhr: Polizei, Jugendamt und Vertreter des staatlichen Schulamtes stehen vor der Tür einer fünfköpfigen Familie. Die drei Kinder im Alter von 5, 8 und 12 Jahren werden den Eltern gewaltsam entrissen und in staatliche Obhut genommen. Das Sorgerecht wurde den Eltern vom Gericht entzogen.

Ihr Verbrechen: drei hochbegabte Kinder zu Hause zu unterrichten, die durch die Schule krank geworden waren.

Davor hatten die Eltern ihre Kinder in die Schule geschickt. Es gab aber keine angepasste Förderung für die beiden hochbegabten schulpflichtigen Kinder, so dass diese psychische Probleme bekamen und ärztlich behandelt werden mussten. Hochbegabtenförderung? Die Antwort: Wir brauchen keine Hochbegabten!

Vielleicht hatte irgendeine staatliche Stelle festgestellt, dass künftig keine Hochbegabten mehr gebraucht werden, weil man Forschungsfreiheit sowieso abschaffen und dann nur noch Arbeiter in die Produktion schicken will? Also – warum dann Hochbegabte? Erziehen wir die Hochbegabung doch einfach ab!

Das kleinste Kind – noch nicht schulpflichtig – wurde präventiv gleich mit aus der Familie gerissen. Solchen Eltern könne man doch keine Kinder anvertrauen.

Alle Kinder waren gut erzogen, hatten ein gutes Bildungsniveau, die Wohnung war sauber, die Kinder hatten alle ein Zimmer, und genug zu essen schien auch in der Wohnung zu sein. Aber was zählt das schon, wenn der Staatsapparat sein Recht auf die Meinungsbildung der Kinder durchsetzen will?

Der Vorfall ist in Deutschland geschehen, einem Land, das die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte unterschrieben hat, diese jedoch im Bereich der Bildungsfreiheit nicht umsetzt.

Eltern, die ihre Kinder zu Hause unterrichten, nutzen nur ihr gesetzliches Recht auf die Wahl der Bildung für ihre Kinder, denn die Erklärung der Menschenrechte ist geltendes Recht in Deutschland.

Die deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind sagt, dass Heimunterricht die beste Form des Unterrichts für hochbegabte Kinder sein kann.

Deutschland ist mit dem Schulzwang in der EU und im Westen eine Ausnahme an staatlicher Gängelung und Unfreiheit. Fast alle europäischen Länder, darunter Österreich, Frankreich und die skandinavischen Länder haben, wie auch die USA, keine Schulpflicht, sondern eine Bildungspflicht, die den Familien größtmögliche Freiheit garantiert. Dabei handelt es sich um Länder, die in der PISA-Studie durchweg besser abgeschnitten haben als Deutschland.

Das alles scheint keine Rolle zu spielen – Bürokraten in Jugendämtern, Schulämtern und bei den Gerichten wollen die Hoheit über die Köpfe der Kinder haben, um sie in ihrem Sinn zu erziehen – zu guten Staatsbürgern, die treu ihren Kopf für den Staat hinhalten und brav ihren Tribut in Form von Steuern ableisten. Wohl des Kindes? Recht der Eltern? Phrasen in Sonntagsreden von Politikern, die in der praktischen Umsetzung durch Verwaltungsbürokraten und Etatisten nichts wert sind.

Deswegen: schaffen wir die Schulpflicht ab! Beenden wir die vielfach willkürliche Herrschaft der Jugendämter und lassen wir die staatlichen Schulämter in der Versenkung verschwinden. Gerade die staatlichen Schulämter sind antiquierte Fossile mit hochdotierten Mitarbeitern aus einer Zeit des preußischen Absolutismus, die kein Schüler braucht und die eine gute und freie Bildung verhindern.

Andreas Büttner

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