Heise online meldet heute, dass die Deutschen am ehesten Behörden und Ämtern zutrauen, mit ihren persönlichen Daten sorgsam umzugehen.

Welcher Schluss ist daraus zu ziehen? Soll man nun seine Bankgeschäfte gleich vom Finanzamt erledigen lassen, statt von der Privatbank, die mit den Daten vermeintlich weniger sorgsam umgeht als das Finanzamt?

Die erste Frage bei der Datenerhebung von Behörden ist nicht, ob diese mit Daten besonders sorgsam umgehen, sondern welche privaten Daten überhaupt zwangsweise erhoben und eingesehen werden, um dann entsprechend den Gesetzen von Behörden genutzt zu werden. Der Schaden für den Bürger entsteht nicht erst durch Mißbrauch, sondern allein schon durch manche vorgesehene und gesetzeskonforme Nutzung der Daten.

Ein aktuelles Beispiel:

Ich habe nichts dagegen, dass mein Bankberater im Rahmen seines Auftrags meine Kontodaten einsieht.
Ich habe schon mehr dagegen, dass staatliche Behörden unbeauftragt und ohne Verdachtsmoment Einblick in meine Geldangelegenheiten nehmen.
Und ich halte es für einen ungeheuren Vorgang, dass meine Regierung nun darüber nachdenkt, meine Bankdaten zusammen mit den Bankdaten aller europäischen Bürger an ausländische Behörden in den U.S.A. weiterzuleiten.

Man halte sich dies vor Augen: Eine souveräne Regierung gibt private Daten ihrer Bürger an eine fremde Macht, die dafür bekannt ist, ihre eigenen Firmen zur Erlangung von Wettbewerbsvorteilen schon einmal mit internen Daten ausländischer Konkurrenten zu versorgen.

Ob die Bankdaten beim Finanzamt sicher gelagert sind, solange sie sich noch in Deutschland befinden, scheint in diesem Zusammenhang fast vernachlässigbar.