„Dass einer Kassiererin wegen Veruntreuung von 1,30 Euro gekündigt werde, „aber Manager, die Milliarden veruntreut haben, immer noch im Amt sind“, verstehe er nicht, sagte Seehofer.“ (Quelle: fdt.de)

Dass man Politiker nicht immer ernst nehmen sollte, versteht sich von selbst. Und dass dies am Politischen Aschermittwoch in vermehrtem Maße zutrifft, auch. Die Wortwahl selbst gewährt allerdings interessante Einblicke in das Denken, und Seehofer qualifiziert sich einmal mehr für höhere Weihen bei den sozialistischen Parteien.

Zwischen Veruntreuung und schlechtem Wirtschaften besteht ein kleiner Unterschied, den Politiker vielleicht nicht ohne weiteres erkennen, da sie für die Folgen ihrer Politik nicht haftbar gemacht werden können.

Wenn Manager Milliarden veruntreuen, sind Sie nicht mehr Manager, sondern ihren Job los. Wie die Kassiererin. Neben strafrechtlich einschlägigen Sachverhalten sei die Behandlung von Managern, die mit dem Vermögen der Unternehmenseigentümer einfach schlecht wirtschaften, getrost den Unternehmenseigentümern überlassen. Es sei denn, man betrachtet dieses Eigentum schon als Volkseigentum, das durch einen Kommissar „im Amt“ verwaltet werden muss.

Noch sind Manager allerdings nicht „im Amt“, auch wenn es vielleicht der Traum manches Politikers ist, auch diese Posten durch Wahl bestimmen zu lassen – am besten nicht durch das Volk, sondern durch die Politiker selbst. Die KfW und die Landesbanken bieten ja schon ein gutes Beispiel dafür, wie so etwas aussehen könnte. Wenn wir Herrn Seehofer demnächst im Vorstand der Deutschen Bank sehen, wissen wir, dass seine Wortwahl nicht nur ein politischer Missgriff war.

Dass Politiker, die schöne Konstrukte wie den Gesundheitsfonds entwerfen und für die Vernichtung von Milliardenwerten verantwortlich sind, noch im Amt sind, verstehen wir offen gestanden auch nicht. Vielleicht verstehen sie es einfach besser, die Folgen ihrer Taten anderen in die Schuhe zu schieben.

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