In Berlin meldet der Tagesspiegel von heute: „Pro Reli am Ziel: Das Volk darf entscheiden„.

Die Berliner dürfen laut „Pro Reli“ jetzt also per Volksentscheid abstimmen, ob in den Schulen ab der ersten Klasse Ethik und Religion ordentliche Lehrfächer werden, zwischen denen die Schüler wählen können sollen.

Eine Unzahl von Freiwilligen hat sich über den kalten Winter die Beine in den Bauch gestanden, um die erforderlichen 170.000 Unterschriften für die Volksabstimmung zusammenzubekommen. 195.000 sind es bis zum heutigen Tag geworden – die schiere Zahl lässt erahnen, welche Ressourcen dafür aufgewendet wurden. Sieben Prozent der Wahlberechtigten haben jetzt also erreicht, dass demnächst alle Berliner zu den Wahlurnen gerufen werden, um über ein Detailthema eines Politikfeldes abstimmen zu dürfen.Welch ein Wahnsinn –  eine ganze Stadt muss auf die Beine gebracht werden, damit Kinder und ihre Eltern bei ihrer eigenen Schulbildung mitbestimmen können.

Die Berliner Initiative demonstriert eindrucksvoll, was das in dieser Woche veröffentlichte Positionspapier „Schulpolitik“ der Libertären Plattform thematisiert: Wenn individuelle Entscheidungen kollektiviert werden, muss plötzlich dasselbe für alle gelten, auch wenn dadurch künstlich Streit geschaffen wird und die Bürger am Leben ihrer eigenen Lebensvorstellungen gehindert werden. Bei Unstimmigkeiten muss das ganze Volk bewegt werden, um eine Entscheidung zu verändern, die jeder Einzelne für sich in einer Minute treffen könnte, mit dem Ergebnis, dass die dann Unterlegenen unzufrieden zurückbleiben. Man darf gespannt sein, ob die „Pro Ethik“-Befürworter demnächst eine Gegeninitiative für eine Volksabstimmung starten.

Wie einfach ist doch die Alternative – Eltern wählen in einem freien Bildungsmarkt für ihre Kinder eine Schule ihrer Wahl, mit einem Lehrangebot ihrer Wahl – mit oder ohne Religion. Die Religionsgemeinschaften bieten Bekenntnisunterricht für Ihre Mitglieder an, dies ist auch in Kooperation mit einem Schulträger direkt in der Schule möglich.

Was hätte man mit diesen vielen Stunden, in denen die Bürger auf die Straße gegangen sind, um ein einziges Schulfach für ihre Kinder zu beeinflussen, nur alles anfangen können.