Ein paar Gedanken zum Linksruck der Grünen
Sollten bei der Bundestagswahl am 27. September keine eindeutigen Mehrheitsverhältnisse geschaffen werden, dann würden, bevor es dann doch zu einer Verlängerung der Großen Koalition käme, der Blätterwald und die Blogosphäre wieder eine zeitlang über exotischere Koalitionsmodelle spekulieren. In Bezug auf die Option „Jamaika“ würde dann garantiert irgendein Schreiberling wieder die olle Kamelle auspacken, FDP und Grüne seien sich näher, als sie glaubten, denn die Grünen seien im weitesten Sinne ja auch eine liberale Partei.
An dieser Schimäre, die immer mal wieder auftaucht, war noch nie viel dran. Sollte sie diesmal allerdings schon wieder aus der Versenkung geholt werden, dann wäre sie noch um einiges absurder als in den Jahren zuvor. Denn während der sagenhafte Erfolg der Linkspartei seit Jahren für Staunen sorgt, scheint der schreibenden Zunft noch nicht aufgefallen zu sein, dass die Grünen inzwischen die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Linkspartei fast 1:1 übernommen haben. Führende Grüne distanzieren sich zwar oft und gerne von der Linkspartei, greifen dabei aber vor allem deren Stil und Personal an, oder deren Positionen zu Themen, die für die Mehrheit der Wähler eher zweitrangig sein dürfte, wie etwa die Haltung zum Lissabon-Vertrag. Ein Blick ins grüne Programm zeigt, dass es an Inhalten doch wirklich nicht scheitern würde.
Ein paar antikapitalistische Allgemeinplätze gehören inzwischen ja zum guten Ton, daran sollte man eine Partei nicht unbedingt messen. Wenn es bei den Grünen also z.B. heisst,
- „der Casino-Kapitalismus hat abgewirtschaftet. Er war ein zynisches Spiel“ (S. 39)
- „wir brauchen nicht neoliberale Deregulierung, sondern klare Regeln“ (S. 32)
- „wir wehren uns gegen Steuersenkungs- und Wettbewerbsideologen“ (S. 34)
- „in der Krise müssen jene, die mehr schultern können, auch mehr tragen – allemal dann, wenn sie in der Vergangenheit von fehlender Regulierung besonders profitiert haben. Das betrifft allemal jene Nutznießer der neoliberalen Ideologie“ (S. 16),
- „wir GRÜNE wehren uns gegen die chemische und gentechnische Industrialisierung der Landwirtschaft und die Neoliberalisierung der Agrarmärkte zu Gunsten multinationaler Großkonzerne“ (S. 137), oder
- vor allem [sollten] jene einen Beitrag leisten, die in den Zeiten vor der Krise vom Finanzmarktkapitalismus profitiert und große Vermögen aufgebaut haben. [...]Deshalb schlagen wir GRÜNE vor, eine zeitlich befristete, einmalige Vermögensabgabe nach Artikel 106 des Grundgesetzes einzuführen“ (51)
dann kann man das getrost noch als das übliche seichte Polit-Geplapper abtun. Dabei bleiben die Grünen diesmal allerdings nicht mehr stehen.
Zuerst einmal fällt auf, dass die Grünen inzwischen die Anti-Globalisierungsbewegung offen umarmen:
- „Heute wie früher verstehen wir uns als Teil der Anti-Atom- und Ökologiebewegung, der Frauenbewegung, der globalisierungskritischen-, der Friedens- und Bürgerrechtsbewegung.“ (S. 162)
Die Umarmung bleibt inhaltlich nicht folgenlos. Ganz wie ATTAC setzen auch die angeblich internationalistischen Grünen inzwischen auf nationale Abschottung und fest geschlossene Grenzen:
- „Entwicklungsländer sollen die Möglichkeiten bekommen, ihre sich noch im Aufbau befindenden Industrien, Landwirtschaft und Dienstleistungssektoren vor übermächtiger Konkurrenz im Handel und bei Investitionen zu schützen.” (S. 34)
- “Entwicklungsländer müssen das Recht erhalten, sich gegen Agrarimporte zu schützen.“ (S. 207)
- „Entwicklungsländern dürfen keine Freihandelsabkommen aufgedrängt werden, die die nachhaltige Entwicklung von aufkommenden Industrien und der Landwirtschaft von Entwicklungsländern unterminieren. So werden die von der Bundesregierung mitgetragenen Freihandelsabkommen (EPAs) der EU mit den Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifiks den Entwicklungsbedürfnissen nicht gerecht.“ (S.203)
Dass protektionistische Entwicklungsstrategien bisher noch überall gescheitert sind – was solls? Dass sie stets nur korrupten lokalen Eliten nützen, die ihren Günstlingen Schutz vor ausländischer Konkurrenz gewähren und sich so politische Loyalität erkaufen – wen kümmerts? Dass ein Zurückschrauben der internationalen Arbeitsteilung die Produktivität drückt und dadurch die Armen in Armut hält – who cares? Die Einreihung der Grünen ins Antiglobalisierungslager ist eine echte Liebesheirat:
„Globale Gerechtigkeit kann nur gelingen, wenn die Wohlhabenden auf dieser Welt bereit sind, ihren Lebensstil zu verändern. Der Zugriff auf die knappen Ressourcen unserer Erde muss geregelt und fair geteilt werden. Gerade auch deshalb plädiert der grüne Neue Gesellschaftsvertrag für einen nachhaltigen Lebensstil.“ (S. 203)
Mit anderen Worten: Die planwirtschaftlichen Ziele der Globalisierungsgegner passen hervorragend zu den volkspädagogischen Zielen der Grünen, die den Lebensstil ihrer eigenen Wählerklientel der gesamten Bevölkerung aufzwingen wollen. Was zusammengehört, ist zusammengewachsen.
Na gut, könnte man einwenden, Globalisierungskritik ist eben ein Modethema, bei dem die Grünen nicht aussen vor bleiben können. Aber in der nationalen Wirtschaftspolitik, da setzt die Linkspartei doch offen auf Verstaatlichung, und damit haben die Grünen doch nichts am Hut, oder?
Leider doch. Im Kapitel „Der Staat als Nachfrager und Eigentümer“ heisst es:
„In manchen Bereichen muss der Staat wieder als Eigentümer wirtschaftlicher Strukturen in Erscheinung treten. Die Privatisierungseuphorie der neunziger Jahre ist weit über das Ziel hinausgeschossen.“ (S. 49)
Und nicht nur auf Bundesebene soll der Staat als Superunternehmer auftreten:
„Leere Kassen und einseitige Wettbewerbsvorgaben erhöhen den Druck auf die Kommunen ihre Leistungen zu privatisieren. [...] Wir Grüne stehen für eine Stärkung und Weiterentwicklung verlässlicher und qualitativ hochwertiger öffentlicher Güter und Institutionen. Wir wissen, wie wichtig es ist, die politische Steuerungsfähigkeit der Kommunen, Transparenz und die demokratische Kontrolle sicherzustellen, wenn es um die Zukunft der Daseinsvorsorge geht. Wir unterstützen Städte und Gemeinden, die ihre Leistungen wieder selbst erbringen wollen. Dazu wollen wir die wirtschaftliche Betätigung von Kommunen sichern.“ (S. 34-35)
OK, schön und gut, könnte ein weiterer Einwand lauten, Wirtschaftspolitik ist nun mal kein grünes Urthema. Aber in ihrer Gesamtausrichtung sind die Grünen doch schon irgendwie staatsskeptisch und autoritätskritisch, oder?
Auch wieder Fehlanzeige. Die wirksamste Begrenzung exzessiver Staatsmacht besteht in Ausweichmöglichkeiten für die Bürger. Die permanente Drohung, die Bürger könnten in ein freiheitlicheres Land abwandern oder wenigstens ihre Vermögen dorthin retten, legt staatlichen Allmachtsphantasien Zügel an. Doch genau dieses Fenster wollen die Grünen verschliessen und von aussen zumauern:
- „Wir wollen Kapitaleinkommen künftig besser erfassen. Maßnahmen hierfür sind die Lockerung des speziellen steuerlichen Bankgeheimnisses.“ (S. 53)
- „Auf europäischer und internationaler Ebene brauchen wir weitere Maßnahmen, um Steueroasen konsequent auszutrocknen.” (S. 55)
- Den Steueroasen sagen wir den Kampf an. Deutschland muss die treibende Kraft für ein gemeinsames europäisches Vorgehen gegen Steueroasen werden. Wir wollen darüber hinausgehend einen automatischen Informationsaustausch über Kapitaleinkünfte. [...] Auf Steueroasen, die sich dieser internationalen Kooperation widersetzen, muss gegebenenfalls durch Beschränkungen des Geschäftsverkehrs Druck ausgeübt werden.“ (S. 41)
- „Es darf kein Regulierungsdumping in Europa geben.“ (S. 43)
- “Deregulierungs- und Steuersenkungswettbewerb stoppen” (S. 28)
- „Ferner setzen wir uns für eine gemeinsame steuerliche europäische Bemessungsgrundlage für Gewinnsteuern und Mindeststeuersätze auf Unternehmensgewinne ein.“ (S. 53)
Dem könnte man natürlich entgegen halten, dass die Grünen doch immerhin während ihrer Regierungsbeteiligung einige Korrekturen im Steuer- und vor allem im Sozialbereich mitgetragen haben. Die Hartz-Reformen, die Stärkung der Eigenvorsorge bei Rente und Gesundheit, der Abbau von Hemmnissen zur Entstehung eines Niedriglohnsektors, und die Senkung des Spitzensteuersatzes – all das geschah unter grüner Beteiligung. Zeigt das nicht, das der Vergleich mit der Linkspartei überzogen ist?
Nicht unbedingt. Schliesslich wollen die Grünen inzwischen von alledem nichts mehr wissen. Stattdessen wollen sie Reformen der Jahre 1998-2005 nicht nur zurücknehmen, sondern das Rad noch deutlich weiter zurückdrehen:
- „Wir wollen Gerechtigkeit: die gerechte Verteilung des gesellschaftlichen Wohlstands und die Chance jedes einzelnen auf Teilhabe. Dazu gehört auch, dass die Hartz IV-Regelsätze für alle Erwachsenen sofort auf zunächst 420 Euro angehoben werden. Die Regelsätze für Kinder und Jugendliche wollen wir [...] ebenfalls sofort anheben. [...] So schaffen wir mehr Gerechtigkeit und steigern die Binnennachfrage.“ (S. 28)
- „Der Trend hin zu einer Zwei-Klassen-Medizin mit Praxisgebühr, Zuzahlung, Selbstzahlung und langen Wartezeiten für die gesetzlich Versicherten wollen wir GRÜNE stoppen. Praxisgebühr und Medikamentenzuzahlungen wollen wir daher abschaffen.“ (S. 91)
- „Unser Ziel ist darüber hinaus eine sozial gerechte Reform der Einkommenssteuer. Wir wollen den Spitzensteuersatz auf 45 Prozent anheben.” (S. 52)
- „Die Rentenreformen der letzten Jahre haben die Rentenbeitragszahlungen trotz der demografischen Anforderungen auch für die Zukunft begrenzt, dies ist jedoch nur zu Lasten der zukünftigen Rentnerinnen und Rentner gelungen. [...] Alle Vorstellungen, dass Produkte des Kapitalmarktes zukünftig eine noch stärkere Rolle in der Altersversorgung übernehmen könnten, durch die Finanzkrise einen starken Dämpfer bekommen. Deshalb müssen wir gegensteuern.” (S. 94)
- „Mit einem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von wenigstens 7,50 Euro je Stunde wollen wir sicherstellen, dass man von seiner Arbeit auch leben kann.“ (S. 36)
Die Grünen waren seit jeher eine Lifestyle-Vereinigung, die die eigenen Freizeit- und Konsumgewohnheiten für moralisch höherwertig hielt, und sich mit dem Recht ausgestattet wähnte, diese mittels staatlichem Zwang zu verbreiten. Das ist nichts neues. Auch vom Ausbau der Ökoplanwirtschaft grüner Amigos war hier gar nicht erst die Rede. Hinzu kommt inzwischen allerdings, dass die Grünen sich vollständig ins Antiglobalisierungslager eingereiht haben, dass sie nun unmittelbar (statt, wie bisher, nur mittelbar) auf Staatswirtschaft setzen, dass sie für ein internationales Hochsteuer- und Regulierungskartell eintreten, und dass sie die moderaten Sozialkorrekturen der Schröder-Jahre nun in ihr Gegenteil verkehren möchten. Sollte es tatsächlich jemals zu einer Jamaika-Koalition kommen, so hätte der Botschafter der gleichnamigen Karibikinsel vermutlich bald allen Grund, die deutsche Regierung wegen Rufmordes zu verklagen.
Kristian Niemietz

18 Kommentare
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
10. September 2009 um 21.06
trotzkist
Dass eine Partei, die ihre Stimmenzuwächse vor allen von den Nazis erhält, sich ausgerechnet über die “sagenhaften Erfolge” der Linkspartei aufregt, ist schon arg lächerlich.
Die FDP ist eine Protestpartei; eine derart sozialdarwinistische Partei hat in einer Regierung nichts zu suchen, würde die Grünen dieses mittragen, wären sie für mich gestorben.
10. September 2009 um 21.32
comeliazar
Dass jemand, der sich “trotzkist” nennt, die LP, die FDP und Nazis in einen Topf wirft, ist schon arg vorhersehbar.
Kleiner Tip: Beschäftige dich erstmal mit dem Libertarismus und dann überleg, ob Libertäre oder Kommunisten den Nazis näher stehen.
10. September 2009 um 21.44
trotzkist
Ich habe nicht FDP und Nazis “in einen Topf geworfen”, wer lesen kann ist klar im Vorteil.
Worauf ich hingewiesen habe, ist, dass die die FDP bei den letzten Landtagswahlen (speziell Sachsen) ihre größten Stimmenzuwächse von den Nazis erhalten hat – das ist nunmal ein Fakt, den du durch dieses impertinente Geschwätz nicht wegdiskutieren kannst; das ist Realität nicht nur für jene, die sich “trotzkist” nennen, sondern für alle, die lesen können (deine Leseschwäche ist uns ja schon aufgefallen).
10. September 2009 um 21.57
samuel adams
gut ausgearbeiteter Artikel, aber realpolitisch wäre Jamaika aus liberaler Sicht besser als eine Große Koalition: Jamaika würde bedeuten, dass Wirtschaftspolitik im Wesentlichen schwarz-gelb aussehen wird, dass die Bürgerrechtspolitik erheblich liberaler ausfallen würde (Netz- und Sicherheitspolitik, Schwulen-/Lesbenpolitik, Drogenpolitik) als unter Schwarz-Rot – als “Gegenleistung” gäbe es dann mehr teuren Ökostrom und keine Laufzeitverlängerungen für AKWs: Ich könnte damit besser leben, als mit der Verlängerungen der Großen Koaliton.;)
11. September 2009 um 06.52
Michael Hönnig
Solange die FDP sich für “grüne Gentechnik” und den Weiterbetrieb von Kernkraftwerken ausspricht, und nicht im liberalen Sinne die volle Haftung für Risiken und Entsorgungsaufwände an die Hersteller und Betreiber überträgt, sondern diese Gewinne privatisiert und die Risiken und Entsorgungskosten an der Gemeinschaft überträgt, ist die FDP nicht liberal, sondern entweder dumm (was ich nicht glaube) oder kapitalprotektionistisch.
Ich wünsche mir aber eine wirklich liberale Partei in Deutschland, die keine Rosinenpickerei für eine Klientel betreibt. Denn nur eine liberale Welt halte ich für lebenswert. Zum Glück gibt es in der FDP Menschen, die durchaus erkennen, wie unliberal die o.g. Vergesellschaftung unternehmerischer Haftungsrisiken ist.
11. September 2009 um 10.25
jo@chim
“Lächerlich”, mein werter “trotzkist”, macht man sich vor allem, wenn man nicht nur eine Ideologie von vorvorgestern vertritt, sondern auch noch mit falschen Zahlen arbeitet:
Die angeblichen 15.000 Stimmen NPD an FDP sind eine von interessierter Seite gehätschelte Ente. Es war eine Schätzung, die kurz nach der Wahl (m.W. zuerst in der BILD-Zeitung) veröffentlicht wurde.
Die Sächsische Zeitung hat am 01.09.09 eine Analyse des Institutes für Wahl-, Sozial- und Methodenforschung zu den Wähler-Wanderungsbewegungen veröffentlicht:
Demnach erhielt die FDP von Rechts 7.500 Stimmen… und immerhin 11.000 von vorherigen Ex-SED-Wählern.
11. September 2009 um 11.00
mounty76
@trotzkist:
och, da ist die FDP einmal in der Situation, in der sonst die Linkspartei immer steckt und schon keult man.
In den letzten Jahren (kann man auch gerne durch google und co rausfinden) fanden die größten Wählerwanderungen so gut wie immer zwischen Linke und NPD/DVU statt. Egal in welche Richtung, der Austausch war dort am höchsten.
Und nun Trotzkist? Wie erklärst du dir das? Bin mal gespannt
11. September 2009 um 12.17
trotzkist
Das liegt daran, dass die Linke auch ne Protestpartei ist.
So einfach ist das – dass sie da nicht selbst drauf gekommen sind. lässt mich an ihrem Intellekt zweifeln.
11. September 2009 um 11.25
Carsten
Abgesehen davon, dass die Grünen mit Oswald Metzger den letzten Marktwirtschaftler vertrieben haben: ihre Grundsätze als Antikriegs- und Bürgerrechte-Partei haben sie in der rot(z)-grünen Zeit ebenfalls verraten. Dass sie Schwarz-Gelb-Grün genauso können wie Rot-Rot-Grün zeigt nur, dass diese Partei die größte Polit-Nutten-Formation der deutschen Parteienlandschaft ist!
11. September 2009 um 11.48
Kris
@samuel:
Kein Widerspruch hierzu. Mir ging es eher darum, dem Ammenmaerchen entgegenzutreten, die Gruenen seien irgendwie auch liberal. Die Gruenen sind eine durch und durch antiliberale Partei, und eine Jamaika-Koalition waere nur in dem Masse freiheitlich, wie es ihr gelingt, die Gruenen in die Ecke zu draengen.
@Michael:
Gut beobachtet.
@Trotzkopp:
Lies mal Hayeks “Weg zur Knechtschaft”. Gibt’s sogar kostenlos:
http://www.iea.org.uk/files/upld-publication43pdf?.pdf
11. September 2009 um 13.08
s.b.
Während man sich hier die Nazi-Wähler gegenseitig zuschiebt (verständlich, wer will die schon), bleibt fast das Wichtigste auf der Strecke:
Hm, die Grünen sind also quasi-kommunistisch, quasi-militante Globalisierungsgegner und Staatsknechte. Auch wenn ich das aus dem obrigen Wahlprogramm so nicht entnehmen kann, schon gar nicht in der vehemenz, find ich doch interessanter, dass die ach-so-liberale FDP sich sehr viel windiger gebährt als die Grünen. Wie ja hier schon von Michael Hönnig richtig erkannt wurde, hat das Modell der FDP mit liberal so viel zu tun wie, in den Augen des Autors, das der Grünen. Hier wird wahre Klientelpolitik betrieben – ideologisch is da nix. Wo immer es geht wird Konzernen ermöglicht Kosten auf die Allgemeinheit umzuverteilen und tote Technologien aus reiner Klüngel-Mentalität am Leben zu erhalten. Endlager für Atommüll werden in bester Harter-Staat-Manier dort errichtet wo man selbst es am besten findet (weil die eigene Klientel so ne Menge Geld spart) und nicht dort wo es Sinn machen würde. Die Freiheit der Mehrheit wird gefährdet und beschnitten durch unwissenschaftliche Methoden, die die FDP mitgetragen hat. Was ist daran liberal?!?
Da ists mir lieber wenn man ehrlich nach ein wenig mehr Staat verlangt, auch wenn einem das hier Dresche einbringt. Und der Unterschied zu den Linken ist in so zentralen Fragen wie der Außen- und Sicherheitspolitik, aber auch in anderen Bereichen so eklatant, dass es einer weiteren Behandlung eigentlich gar nicht bedarf.
11. September 2009 um 19.27
Oliver Janich
Die Grünen passen doch super zur FDP. Letztere ist ja auch nicht liberal. siehe Klimapolitik, um nur ein Beispiel zu nennen.
Ironischerweise hat ja Rot-Grün tatsächlich die liberalste Poitik seit Jahrzehnte gemacht, aber die entsprechenden Personen sind ja alle aussortiert.
11. September 2009 um 19.33
Ein paar Argumente gegen ein „Jamaica“-Bündnis“ (“Schwampel“) « FDP von unten – Liberale Basis Initiative
[...] Ein paar Argumente gegen ein „Jamaica“-Bündnis“ (“Schwampel“) By la174 von Kristian Niemietz auf den Seiten der „Libertären Plattform in der FDP“: [...]
12. September 2009 um 18.23
Björn Láczay
Ich habe mir mal die Freiheit genommen, aus meiner Sicht als bekennender Libertärer, der entgegen aller Wahrscheinlichkeit immer noch ein Mitglied der Grünen ist, eine Replik zu verfassen:
http://www.gruene-freiheit.de/index.php?name=News&file=article&sid=333
Mit parteiübergreifend freiheitlichen Grüßen,
Björn
12. September 2009 um 18.36
Von hässlichen Neoliberalen und bösen Ökomarxisten « Idiokratie
[...] “Wer Jamaika will, soll auswandern”, findet Kristian Niemitz von der Libertären Plattform. Seine Analyse des Grünen Wahlprogramms offenbart aber genaugenommen lediglich die irrationalen Gründe für die gegenseitige Abneigung zweier politischer Strömungen, die eigentlich natürliche Verbündete sein könnten. [...]
21. September 2009 um 19.20
Max Wessenberg
Habe mich königlich über die heutige Schlagzeile amüsiert: Frau Künast bezeichnet die CDU und die CSU als “neo-liberale Parteien”: http://www.n-tv.de/politik/politik_wahl_2009/Gruene-wollen-kein-Jamaika-article513042.html
Abgesehen davon, dass die FDP noch nie neoliberal war: Wenn man sich das Programm und die Politik der zweiten sozialdemokratischen Partei CDU anschaut, müssen die Grünen wirklich fundamental sozialistisch werden, um sich von der CDU noch auf die nicht-neoliberale Seite abgrenzen zu können.
30. September 2009 um 10.38
Max Wessenberg
Hier eine Meinung aus dem Rheinischen Merkur von heute: “Um ihr Potenzial auszuschöpfen, müssen sich die Grünen für ein Jamaika-Bündnis öffnen.”
http://www.merkur.de/2009_40_leiter_parteien.37504.0.html?&no_cache=1
11. August 2010 um 13.56
Von hässlichen Neoliberalen und bösen Ökomarxisten | It's not easy being green
[...] hässlichen Neoliberalen und bösen Ökomarxisten Erstellt am September 12, 2009 von Björn „Wer Jamaika will, soll auswandern“, findet Kristian Niemitz von der Libertären Plattform. Seine Analyse des Grünen Wahlprogramms [...]